Axel Dewald und Astrid Riehl-Emde:
Modellprojekt „Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik“¹
- Umsetzungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen -
Abstract

Im Rahmen der IQZ-Arbeit wurden an allen sechs Standorten Handlungsempfehlungen für den interdisziplinären Beratungsprozess auf der Basis von konkreten Fällen im Sinne eines bottom-up-Prozesses erarbeitet. Diese Empfehlungen wurden seitens der wissenschaftlichen Begleitung  in einem mehrstufigen Verfahren sowohl aus den Ergebnisprotokollen der IQZ als auch aus den Transkripten der Sitzungen extrahiert, thematisch geordnet und strukturiert, um sie als Orientierungshilfen anderen Praktikerinnen und Praktikern zugänglich zu machen. 

Dabei lassen sich zwei Arten von Handlungsempfehlungen voneinander unterscheiden: solche, die sich auf strukturelle Aspekte bzw. Kooperations- und Versorgungsmodelle beziehen, und solche zur formalen und inhaltlichen Gestaltung des Beratungsprozesses. Unter strukturellen Aspekten werden Voraussetzungen und Arbeitsformen verstanden, welche die Kooperation zwischen Ärzteschaft und psychosozialen Beraterinnen ermöglichen bzw. fördern können (z.B. gemeinsam erstellte Infos für die Patientinnen, die Einrichtung von „hotlines“ zur besseren gegenseitigen Erreichbarkeit oder die gemeinsame Durchführung von Sprechstunden). In Bezug auf die Gestaltung des Beratungsprozesses wird idealtypisch dargestellt, wie und wann medizinische und psychosoziale Seite ineinander greifen und sich ergänzen können. Dies erfolgt in Anlehnung an die zeitliche Gliederung pränataldiagnostischer Untersuchungen. Die Handlungsempfehlungen werden anhand eines konkreten Falles auf ihre Praxisrelevanz geprüft.

Fußnote

1 Kooperationsprojekt zwischen den Universitäten Heidelberg (Projektleitung: PD Dr. A. Riehl-Emde, Prof. Dr. M. Cierpka) und Göttingen (Projektleitung: Dr. O. Bahrs), gefördert durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Axel Dewald
Axel Dewald ist Diplom-Psychologe,Psychologischer Psychotherapeut und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Modellprojekt „Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik“. Außerdem ist er als geschäftsführender Gesellschafter des Heidelberger Präventionszentrums und lizenzierter Faustlos-Trainer tätig.mehr


Priv.-Doz. Dr. phil. Astrid Riehl-Emde
Priv.-Doz. Dr. phil. Astrid Riehl-Emde ist Diplom-Psychologin, Paar- und Familientherapeutin und Stellvertretende Leiterin des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie am Psychosozialen Zentrum, Universitätsklinikum Heidelberg. Sie ist eine der Leiterinnen des Modellprojekts „Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik“.mehr