Fachtagung
Kooperation - aber wie? Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Pränataldiagnostik

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat u.a. den gesetzlichen Auftrag, bundeseinheitliche Medien und Maßnahmen zur Sexualaufklärung und Familienplanung zu erarbeiten. Zu den Schwerpunktaufgaben in der Familienplanung gehört die Bereitstellung von Informationen zu Schwangerschaft und Geburt. Eng damit verbunden ist die Pränataldiagnostik, die heute vielfach selbstverständlicher Bestandteil der Schwangerenbetreuung ist. Viele Schwangere (und ihre Partner) setzen sich mit den Möglichkeiten und den Konsequenzen pränataldiagnostischer Maßnahmen jedoch erstmals auseinander, wenn ein pathologischer Befund zu erwarten oder manifest ist. Die Schwangeren bzw. die Paare stehen dann vor der Entscheidung, mit diesem Befund umzugehen, möglicherweise die Schwangerschaft abzubrechen und die Konsequenzen der Entscheidung zu tragen.

Dass es neben der ärztlichen Beratung auch das Angebot der psychosozialen Beratungsstellen gibt, ist vielen Schwangeren unbekannt. Vielfach werden sie auch nicht auf  das Angebot hingewiesen. Ebenso ist das Zusammenwirken von psychosozialer und ärztlicher Beratung nicht die Regel.

Um diese Situation zu verbessern hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das Modellprojekt „Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik“ initiiert. Im Rahmen dieses Projektes arbeiteten Medizinerinnen/Mediziner und psychosoziale Beraterinnen mit dem Ziel, die Kooperation zwischen den beiden Berufsgruppen zu fördern und zu verbessern, zusammen. Hierzu wurde das Standardinstrument „Qualitätszirkel im Gesundheitswesen“ von der Universität Göttingen (Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie) eingesetzt. Dazu wurden Moderatorinnen und Moderatoren begleitend geschult. An sechs ausgewählten Standorten (Heidelberg, Mannheim, Freiburg, Erfurt, Schwerin und Augsburg) wurden die Qualitätszirkel von der Abteilung für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg initiiert und wissenschaftlich begleitet.

Im Rahmen der Fachtagung werden die Ergebnisse des Modellprojektes vorgestellt und die Diskussion über Möglichkeiten der Nachhaltigkeit geführt.